"Jekyll der Erste"
Ne Starrachse muss her...und bitte Schraubengefedert !!!
alles andere wäre ja auch zu einfach gewesen ;-)
Man packt das Übel an der Wurzel (der Rest vom Auto ist ja einwandfrei) und fummelt dem 4-Runner ne ordentliche Bubenachse drunter!
Nachdem der ganze Wagen mal sicher auf Böcken stand, konnte ich mich mal ans zerlegen machen
Nach ca. 3 Std. sah der ganze Vorderbau dann so aus, und es lagen jede Menge Toyota-Teile rum.....
Hilux Vorderachse mit Highpinion, KJ Lenkarmen und Hilux Anlenkung. Alles schön stabil verschweißt mit dem etwas stabileren Nachbau der KJ Achslenkeraufnahmen.
Um das ganze auch schön stabil mit dem Wägelchen schweißen zu können, musste noch standesgemäße Längslenkerböcke her.
Man nehme eine ordentliche Blechplatte, schneide ein paar fantasievolle Abwicklungen heraus und verforme das ganze kalt in die gewünschte Form.
Man weiß wo alles hin muss, setzt es zusammen, vermisst es so genau wie möglich und brutzelt das Ganze schön mit Verstärkungen und Knotenblechen zusammen
Da die Achse auch seitlich geführt werden muss, kam mir die Idee, von einem größeren Artgenossen Teile zu benutzen.
Runter in die Tiefen der Grube und die übrige Unimog-Achse gesucht. Ja !!! da war der Panhardt-Stab noch dran. Hier etwas weg, da ein wenig dazu, eine schöne Aufnahme gebaut und fertig war die seitliche Achsführung.
Leute, ehrlich, was war ich froh, als der ganze Mist zusammen war. Was sollte ich denn mit nem 4-Runner ohne Vorderachse machen ??????????
Vor so etwas hätte man ja nicht mal mehr nen Esel zum ziehen binden können und soviel Schnee haben wir auch nicht, dass es sich lohnen würde, nen Schlitten drunterzuschrauben.
Die Grundidee war ja, weil ich hinten schon Schraubenfedern verbaut habe, dieselben natürlich auch vorne zu verbauen.
Die Amerikaner basteln in Ihre Böcke vorne meistens Blattfedern, nur halte ich das nicht für ganz optimal und zeitgemäß.
Egal, wir waren bei den Federn. Auf dem Einkaufzettel standen diese HDJ 80 Original Federn, die 1) relativ leicht zu beschaffen waren, und 2) das Fahrzeug auch etwas anliften sollten. (Hoffte ich jedenfalls, da ein 80er doch deutlich schwerer ist)
Also einen ungefähren Plan gepinselt, die Federn ausgemessen und ein paar Stahlteile beim Laserfutzi meines Vertrauens geordert.
Eines der größten Probleme bereiteten mir allerdings die vorderen Feder, da sie nur auf der Oberseite geschlossen, unten jedoch, wie bei einer Wendeltreppe, einfach so endeten. Also musste eine Aufnahme gebastelt werden, die genau der Steigung meiner Feder entsprach.
Damit die Feder nicht verrutscht, oder sich dreht, wurde in der Mitte ein Rohrstummel eingeschweißt.
Die eine Seite auf der alten Blattfederauflage, die andere auf den teilweise entfernten Stoßdämpferlagern.
Warum jetzt schon ? Ganz einfach, die untere Lage der Federn, gaben mir den ganzen weiteren Aufbau vor.
Toll ich hatte genügend Platz und nichts war gefährlich im Weg.
Von einem netten 80er Fahrer (natürlich aus dem BT) bekam ich die Info, dass sein original 80er auf ebener Straße die Feder auf 30 cm zusammendrückt.
Als gut, da ein 4-Runner vorne bedeutend leichter ist, ging ich einfach mal von geschätzten 34cm bei mir aus.
Sicherheitshalber hab ich dann aber mal 3 verschiedenen Einbauhöhen der Federn vorgesehen, was soll ich sagen, Vertrauen ist gut, Optionen sind besser.................
Das ganze noch mit einer Federführung versehen und wieder war ich ein Stückchen weiter.
Man kann auf dem Bild recht gut die 3 verschiedenen Höhen des oberen Federtellers erkennen. Jetzt wurde alles einmal grob zusammengehalten und der Einschnitt für den Rahmen angezeichnet. Es soll ja alles schön stabil am Rahmen hängen, ihn am besten umschließen um ein Maximum an Stabilität zu erreichen.
Weiter ging es wie bisher, festklammern, anpunkten, 2 x nachmessen und durchschweißen.
Knotenbleche und Verstrebungen nach eigenem Gutdünken einsetzen und grundieren.
Nachdem die Federn eingebaut, und die richtige Länge der Dämpfer ermittelt war, wurden dieselben flux bestellt und auch umgehend geliefert.
Ich hab mich in diesem Fall für Rancho`s der 5000er Serie (23,.. cm Federweg) entschieden, da der Runner ja vorwiegend auf der Straße bewegt werden soll und sie auch in jeder Lage einbaubar sind. Sicher kann man über die Marke und das Modell streiten, aber das soll hier nicht der Zweck dieses Berichts sein. Und wer andere bevorzugt, soll eben die nehmen.
Na, jedenfalls war der geplante Einbau vor der Achse nicht machbar, da sie dort im Weg waren. Also kurzerhand umdisponiert und die Dinger hinten reingefriemelt.
Das größte Problem war eigentlich nur, diese verstellbaren Federteller. Einfach hinbraten ging nicht, ohne die Verstellmöglichkeiten zu beschränken, zumal alles doch recht eng da vorne ist.
Ich hab mich dann für ein 80x80x5 Stahlrohr entschieden, das wie unter ersichtlich einfach diagonal aufgetrennt wurde.
Viel mehr Probleme machten mir jedoch die unteren Stoßdämpferaufnahmen. Da sie vorher nicht einplanbar waren, mussten sie nun irgendwie einen geeigneten Platz finden
Nach ca. 3 Std hin und herprobieren, mehreren misslungenen Versuchen und Versionen bin ich dann einfach mal bei nem kräftigen U-Profil mit Knotenblech geblieben.
Als dann alles geschweißt und wieder mal grundiert war, bastelte ich alles zusammen und siehe da, es passte.....
Gut, der Panhardtstab muss also so waagerecht wie möglich sein. Die Unter Aufnahme erhöhen??? Geht nicht, dann schlägt si nach 4 cm Federweg auf dem Rahmen auf.
Ok, dann eben die am Rahmen, Ätsch, geht auch nicht, das selbe Spiel, trifft dann zu früh die Achse.
Also wieder großes Gegrübel...........................
Na dann eben anders. Wenn die Aufnahmen nicht parallel machbar sind, muss eben der Stab den Höhenunterschied ausgleiche.
Nach kurzer Rücksprache mit dem verantwortlichen TÜV-Menschen gab es eine Option. Wenn das ganze solide und stabil ist, steht einem gebogenen Panhardtstab nicht im Wege.
Zur Sicherheit noch kurz unter einen neuen Lkw geschaut, und siehe da, dar sieht da auch aus wie ein dicker Knicktrinkhalm.
30 mm C42K sollten reichen um das bisschen 4-Runner zu stabilisieren.
Ein kleines Drahtmodel gebastelt, alles auf ungefähre Länge gesägt und ab unter die Presse.
Bei 84 to Druck, gab das Rundmaterial dann endlich zwischen den beiden Prismen nach. Daraufhin die Augen wieder ordentlich angeschweißt, die Lager eingedrückt und das Kunstwerk war fertig.
Es war also die schräge Lage des Panhardtstabs, die mir so ein beknacktes Fahrverhalten bescherte.
Hier mal kurz die genauen Maße :
Höhenunterschied Panhardtstab vorne : 17 cm
Höhenunterschied Panhardtstab hinten : 16 cm
Höhenunterschied Schubstange : 19 cm
Die Lösung war eigentlich ganz einfach, alles musst irgendwie gegen Null.
An der Vorderachse 5,5 cm gewonnen, am Rahmen 6 cm, = 5,5 cm Rest, mehr ging nicht.
An der Hinterachse 11 cm gewonnen, am Rahmen nichts = 6 cm Rest, ging auch nicht mehr
also wieder überlegt, und drauf gekommen, dass ich ja die Schubstange vergessen hatte.
Also auch diesen Höhenunterschied auf 6 cm herunterbekommen, was mit viel Wärme und der genauen Anleitung eines Hobbyschmiedes erreicht wurde
An der Stelle gleich mal Herzlichen Dank an Angela, Jan, Mark und Peter. Ohne deren fachliche und moralische Unterstützung würde ich heut wahrscheinlich noch in der Werkstatt sitzen und mir überlegen, wie rum die blöde Achse wohl reingehört.....
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